Rührige Schwabenhand im Zipfele vom Hessenland Seit 25 Jahren betreibt Familie Grünvogel den Landgasthof "Zum Grünen Baum" |
HESSELBACH (mng.) Wenn Wilhelm Grünvogel in den Töpfen rührt, schweifen seine Gedanken öfter in´s Schwäbische ab. Er überlegt und kreiert seine unverwechselbaren Maultaschen. "Mir gäbet nix!", ist der Familie, die sich den Odenwald als Wahlheimat ausgesucht hat, allerdings völlig fremd. Sie geben nämlich gerne. Vor allem das, was die rührige Hand des kreativen Kenners wohlschmeckender Gerichte in der Küche zaubert. "Es macht halt der Geschmack!", zwinkert der Koch aus Leidenschaft, als er nach dem Geheimnis der allenthalben zu hörenden Gästezufriedenheit gefragt wird. Den Herd kann jeder sehen, doch die kleinen Geheimnisse muss niemand verstehen. Wenn einer jedoch wissen will, was alles in den Topf hineinkam, bevor das herauskam, was er auf seinem Teller vorfindet, sagt der Küchenmeister nicht nein. Transparenz und Offenheit gehören zu den Stärken, die Grünvogels nun schon seit 25 Jahren im "Grünen Baum" begleiten. Nach vielen Umbauten wurde das Haus, das 1835 erstmals erwähnt wurde und damals einer Familie Müller gehörte, im Jahr 2001 als Odenwald-Sterne-Hotel mit zwei Sternen klassifiziert. Den Gästen sagt der "schwäbische Geist im Odenwälder Gemäuer" auf jeden Fall zu. Die Belegungszahlen bestätigen dies. "Der Gast steht für uns im Mittelpunkt.", sagt Ehefrau Rose Grünvogel. Diese sonst als Allgemeinplatz zu verstehende Aussage, trifft hier aber genau in´s Schwarze. Unaufdringliches Bemühen und eine offene, ehrliche Freundlichkeit, sind den Grünvogels und ihrem Personal eine Herzensangelegenheit. Nachdem sie zuvor den Landgasthof "Römer Kastell" in Scheidental im badischen Odenwald als Pachtbetrieb geführt hatten, setzten sie sich - und dies im besten Sinne des Wortes - 1981 in diesem Hessenecker Ortsteil fest. Die Bürger hoffen, dass dies so bleibt, denn die "Schwobe" sind nicht mehr wegzudenken. Von Rosemarie und Robert Hemberger, die den Gasthof 35 Jahre lang führten, haben sie die Wirtschaft übernommen. Neben allen modernen Raffinessen der Küche, atmet der "Grüne Baum" noch eine gesunde Ursprünglichkeit, jedoch weit weg von jeder sülzenden Romantik. 1981 schon wurde der alte Holzofen durch einen Gasherd ersetzt. Nun konnte tüchtig eingeheizt werden: Wild aus Hesselbacher Jagd, Saiblinge aus dem Kailbacher Weiher und Gänse aus ortseigener Aufzucht sind - neben den Maultaschen, die es bis zu einem Festival im kommenden Juni gebracht haben - einige von Wilhelm Grünvogels Leidenschaften. Regionale, saisonale Gerichte gibt es, viele mit einem schwäbischen Einschlag. Von 1982 bis 1998 war der "Grüne Baum" zudem Ausbildungsbetrieb für Hotelfachfrauen. Die meisten erzielten überdurchschnittliche Abschlüsse. Neben diversen Aushilfen, geben die Grünvogels fünf Menschen eine Arbeit im familiären Betrieb. Das Restaurant verfügt über 50 Sitzplätze, das Nebenzimmer hält 20 Plätze für Nichtraucher vor. Im Biergarten finden 30 Leute Platz. Wer übernachten möchte, bettet sich in komfortablen Doppelzimmern. Sieben hiervon gibt es. Neben den Stammgästen und Ausflüglern aus der näheren und weiteren Umgebung, begrüßen die Grünvogels auch Urlauber aus ganz Deutschland, Frankreich, den Benelux-Ländern und der Schweiz. Dienstags ruhen sich die Wirtsleute aus. Von November bis März ist der Landgasthof auch montags geschlossen. Kehren sie mal ein, sie werden herzlich erwartet! |
| Bericht und Foto: Odenwälder Kartoffelsupp - Essen und Erleben im Odenwald |


HESSELBACH (mng.) Wenn Wilhelm Grünvogel in den Töpfen rührt, schweifen seine Gedanken öfter in´s Schwäbische ab. Er überlegt und kreiert seine unverwechselbaren Maultaschen. "Mir gäbet nix!", ist der Familie, die sich den Odenwald als Wahlheimat ausgesucht hat, allerdings völlig fremd. Sie geben nämlich gerne. Vor allem das, was die rührige Hand des kreativen Kenners wohlschmeckender Gerichte in der Küche zaubert. "Es macht halt der Geschmack!", zwinkert der Koch aus Leidenschaft, als er nach dem Geheimnis der allenthalben zu hörenden Gästezufriedenheit gefragt wird. Den Herd kann jeder sehen, doch die kleinen Geheimnisse muss niemand verstehen. Wenn einer jedoch wissen will, was alles in den Topf hineinkam, bevor das herauskam, was er auf seinem Teller vorfindet, sagt der Küchenmeister nicht nein. Transparenz und Offenheit gehören zu den Stärken, die Grünvogels nun schon seit 25 Jahren im "Grünen Baum" begleiten. Nach vielen Umbauten wurde das Haus, das 1835 erstmals erwähnt wurde und damals einer Familie Müller gehörte, im Jahr 2001 als Odenwald-Sterne-Hotel mit zwei Sternen klassifiziert. Den Gästen sagt der "schwäbische Geist im Odenwälder Gemäuer" auf jeden Fall zu. Die Belegungszahlen bestätigen dies. "Der Gast steht für uns im Mittelpunkt.", sagt Ehefrau Rose Grünvogel. Diese sonst als Allgemeinplatz zu verstehende Aussage, trifft hier aber genau in´s Schwarze.